Ferdinand Pauwels

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Ferdinand Pauwels
Martin Luther als Kurrende-Schüler, 1872
Thesenanschlag von Martin Luther, 1873

Ferdinand Pauwels (* 13. April 1830 in Ekeren bei Antwerpen; † 26. März 1904 in Dresden) war ein belgischer Historienmaler und Professor an der Kunstakademie.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben und Wirken

[Bearbeiten] Antwerpen und Rom

Nach einer Ausbildung in Antwerpen (1848-1850) ging Pauwels 1852 für vier Jahre nach Rom, wo er sich biblischen Themen zuwandte, kurze Zeit nach Dresden, dann wieder nach Antwerpen zurück. Pauwels zählte inzwischen zu den bedeutendsten Koloristen der belgischen Schule. Er war mehrfach erfolgreich auf Brüsseler Kunstausstellungen vertreten.

1851 schuf Pauwels noch in seiner belgischen Heimat sein Erstlingswerk Zusammenkunft Balduins I. mit seiner Tochter Johanna. Ein Jahr später folgte Coriolan vor Rom, das ihm das Stipendium für Rom einbrachte. Nach seiner Rückkehr nach Antwerpen entstand 1857 Die Witwe Jakobs van Artevelde (Museum in Brüssel). Dieses Bild war ebenso erfolgreich wie Die Verbannten des Herzogs Alba (1861).

[Bearbeiten] Weimar

Von 1862 bis 1872 bildete Pauwels als Professor an der Kunstschule Weimar zahlreiche Schüler in einer soliden Maltechnik aus, darunter Leon Pohle und Franz Kops. In dieser Zeit entstanden auch mehrere seiner bedeutendsten historischen Gemälde. 1867 war er auf der Pariser Weltausstellung mit Deborah als Richterin, Die Berufung der heiligen Clara und Die Wittwe vertreten. Mehrere Bilder von Pauwels wurden in Berlin gezeigt, wo er 1864 die kleine und 1868 die große Goldmedaille erhielt sowie 1869 zum ordentlichen Akademiemitglied ernannt wurde.

In Weimar schuf Pauwels Eine Szene aus der Verfolgung der Protestanten in den Niederlanden (Königsberg, städtisches Museum) und der Empfang der Deputation der Republik Genua durch Ludwig XIV. (München, Maximilianeum). Im Auftrag der Tiedge-Stiftung entstanden sieben Wandbilder aus der Geschichte Martin Luthers auf der Wartburg.

[Bearbeiten] Dresden

Nach einer zwischenzeitlichen Rückkehr nach Belgien erhielt Pauwels am 1. Oktober 1876 den Ruf[1] als Professor und Akademiemitglied an die Kunstakademie in Dresden, wo er für das akademische Atelier für Geschichtsmalerei verantwortlich zeichnete. Hier gehörten Johann Vincenz Cissarz, Osmar Schindler, Robert Sterl, Oskar Zwintscher und Ernst Oskar Simonson-Castelli zu seinen Schülern. Pauwels wohnte Sedanstraße 2, sein Atelier befand sich in der Zirkusstraße 45 (wie von Friedrich Preller d.J.).[2] Ab 1877 war er mehrfach auf Dresdner akademischen Kunstausstellungen vertreten. Der Sächsische Kunstverein zeigte 1886 Vor dem Porticus.

In der Dresdner Zeit entstanden sechs Wandgemälde in der Aula von St. Afra in Meißen, die Pauwels zusammen mit einem Text von Paul Schumann auch publizierte.[3] Für die Stadtkirche Pirna schuf er die malerische Ausschmückung der Brautkapelle. Hervorzuheben ist der Besuch des Grafen Philipp von Elsaß im Marienhospital zu Ypern (1877, Gemäldegalerie Neue Meister). Hier wird ebenfalls sein Dorfbrand ausbewahrt.[4]

Pauwels war königlicher Hofrat und gehörte dem Sächsischen Altertumsverein an.[5] Nach seinem Tode wurde er auf dem Alten Katholischen Friedhof beigesetzt.

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Akademische Nachrichten in einem Katalog der Königlichen Akademie der Bildenden Künste 1877
  2. Adressbuch der Stadt Dresden, 1892
  3. Wandgemälde in der Aula der Fürsten- und Landesschule St. Afra zu Meißen
  4. Eintrag in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden Online Collection
  5. Jahresbericht des Sächsischen Altertumsvereins, 1890

[Bearbeiten] Weblinks

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