Frank Apel
Frank Apel, geboren am 1. Juni 1955 in Erfurt und aufgewachsen in Cottbus, ist einer der renommiertesten und dienstältesten Kinobetreiber Dresdens. Derzeit betreibt er (gemeinsam mit anderen Personen) die Schauburg, das Kino in der Fabrik (KIF) und das Casablanca. Einige Jahre fungierte er auch als Programmmacher des Cinemaxx am Schillerplatz.
Während er meist im Hintergrund an der strategischen und Programmplanung für seine Kinos arbeitet, kann man Apels Entertainer-Qualitäten bei der monatlich in der Schauburg stattfindenden „Rumpelkammer“, einer Versteigerung von Filmdevotionalien, bei Premieren mit Filmemachern sowie als DJ im Kino in der Fabrik live erleben. Mehrere Jahre trat Apel auch bei der Lesereihe „Apel Sisters lesen Marx Brothers“ im KIF auf.
Als DJ und in Veröffentlichungen im Kinokalender und dem KIF-Newsletter tritt Apel unter dem Pseudonym Moryc Welt auf. Der Name stammt von einer Figur aus dem Buch "Das gelobte Land" des polnischen Literatur-Nobelpreisträgers Władysław Reymont. In den 1970er Jahren verfilmte Andrzej Wajda den Stoff.
Apel studierte 1976 bis 1980 Informationsverarbeitung in Dresden und leitete von 1977 bis 1990 gemeinsam mit Wolfhard Pröhl den Filmklub an der Ingenieurhochschule Dresden (IHD; ab 1987 Informatikzentrum der TU), mit Spielstätte im Hörsaal 172 (Marschnerstraße). Nachdem er fünf Jahre beim ZFT Mikroelektronik im Kultur- und Bildungs-/Kaderbereich tätig war, arbeitete Apel von 1985 bis 1990 als Bereichsdirektor Filmeinsatz/Öffentlichkeitsarbeit bei der Bezirksfilmdirektion Dresden, der „Behörde“, die damals alle strategisch-organisatorischen Entscheidungen zum Filmtheaterbetrieb in der Region fällte. Zudem leitete er die Bezirksarbeitsgemeinschaft Filmklubs Dresden.
Am 3. Oktober 1990 gründete Apel „seinen“ Filmklub um und schuf so mit dem weiterhin im Hörsaal Marschnerstraße beheimateten Nickelodeon das erste private Programmkino der neuen Bundesländer. Das Kino brummte, vom Gewinn richtete Apel das Casablanca ein. Die Schauburg in der Neustadt ließ er mit einem Millionenkredit umbauen und eröffnete sie 1993 als Programmkino mit drei Sälen neu. Mittlerweile ist sie vielfach preisgekrönt und das Programmkino Dresdens. Ende 2001 übernahm Apel das insolvente Bofimax am Waldschlösschen, taufte es in "Metropolis" um, ließ das Foyer umgestalten und zeigte neben Hollywood-Blockbustern viele Programmkino-, Dokumentar- und sächsische Filme. Ende 2009 musste das Metropolis wegen Besuchermangel schließen. Apels jüngster „Coup“ war der Umbau des ehemaligen Theaters in der Fabrik zu einem Programmkino mit drei Sälen – das Kino in der Fabrik wurde im März 2006 eröffnet.
Bis Mitte der 1990er Jahre betrieb Frank Apel bzw. sein Bruder Michael auch die Süd- und Nordlichtspiele in Cottbus[1] sowie ein kleines Kino in Chemnitz.
[Bearbeiten] Quellen
- Mitteldeutsche Medienförderung GmbH/Manfred Schmidt (Hrsg.): MDM Infomagazin Trailer 03/2002. Leipzig 2002. S. 18. ganzes Heft hier zum Herunterladen
- Apel, Frank: Dresdner Kinokultur in den siebziger und achtziger Jahren. In: Dresdner Geschichtsverein (Hrsg.): Kinos, Kameras und Filmemacher. Filmkultur in Dresden. Dresdner Hefte 82. Dresden 2005. S. 61.
- Programm des Ehemaligen-Treffens des Studentenclubs der Ingenieurhochschule Dresden
- Richter, Kristin/Zimmermann, Frank: Elbstadtsymphonie. Dresden 2009. ISBN 978-3-938916-14-8. S. 80-83, 133.
- ↑ Peter Fischer, langjähriger Kulturarbeiter in Cottbus, Gespräch am 12.4.2011. http://allekinos.pytalhost.com/kinowiki/index.php?title=Cottbus_S%C3%BCd-Lichtspiele
[Bearbeiten] Texte von Frank Apel
- Apel, Frank: Dresdner Kinokultur in den siebziger und achtziger Jahren. In: Dresdner Geschichtsverein (Hrsg.): Kinos, Kameras und Filmemacher. Filmkultur in Dresden. Dresdner Hefte 82. Dresden 2005. S. 55-61.
- Apel, Frank: Eva ist schuld! Warum aus dem TIF jetzt ein KIF wird. Anfang 2006. zur Eröffnung des Kino in der Fabrik
- Richter, Kristin/Zimmermann, Frank: Elbstadtsymphonie. Dresden 2009. ISBN 978-3-938916-14-8. Text-Foto-Band über Dresden und Dresdner, u.a. Frank Apel.
- regelmäßig im Kinokalender
[Bearbeiten] Weblinks
- Filmtheater Schauburg
- Kino Casablanca
- Kino in der Fabrik
- Artikel über Apel und die Dresdner Kinoszene bei mediabiz/Blickpunkt:Film