Gaslaterne
[Bearbeiten] Aktuelles
Seit dem 10. Januar gibt es eine OnlinePetition zum Erhalt der Gasbeleuchtung in Dresden. Denn obwohl seitens des Amtes für Denkmalschutz 850 Stück erhalten bleiben sollen, besteht der Beschluss sicherlich in der Ewigkeit. Es ist also sicherlich nicht falsch den Gaslaternen eine Stimme zu geben um dieses Technische Denkmal zu erhalten,
[Bearbeiten] Über die Gaslaterne
Noch leuchten etwa 1600 Gaslaternen (ungefähr 4% der Straßenlaternen in Dresden), den Dresdnern, speziell in Striesen, Blasewitz, Löbtau, Laubegast, Kleinzschachwitz, Mickten und Übigau, den Weg. Aufgrund ihres hohen Energieverbrauchs und Wartungsaufwandes sowie der geringen Lichtausbeute werden sie sukzessive durch elektrische Leuchten ersetzt. Dreihundert sollen zumindest erhalten bleiben.
[Bearbeiten] Geschichtliches
Dresden war nach Freiberg und Berlin die erste deutsche Stadt mit einer Gasbeleuchtung. 1828 führt Rudolf Sigismund Blochmann diese Art der Beleuchtung in Dresden ein, genau am 23. April leuchteten die ersten am Schloss. Im Jahr 1837 brannten in der Altstadt bereits 538 und in der Neustadt 129 Gaslaternen.
Da nicht nur immer mehr Straßen, sondern auch öffentliche Gebäude und Wohnungen mit Gaslaternen ausgestattet wurden, baute die Stadt 1839 eine neue Gasanstalt an der Stiftsstraße, da Blochmanns erste "Gasbereitungsanstalt" am Zwingerwall dem steigenden Bedarf nicht mehr gerecht wurde. Neue Berufsfelder wie der Gaslaternenwächter entstanden[1].
Als während des Zweiten Weltkrieges wegen Verdunklung überhaupt keine Straßenlampen in deutschen Städten brannten, waren die meisten Straßenlaternen in der Innenstadt nach dem Angriff kaputt und so die Stadt wieder dunkel. Da die Technik relativ einfach und zuverlässig war und die Gasleitungen sowieso in der Erde lagen, baute man nach dem Krieg auch die Gasbeleuchtung bis zu einer Anzahl von 9300 Stück (1961) wieder auf, begann jedoch schon in den nachfolgenden Jahren, die Gaslaternen einzeln wieder abzuschalten, um Energie zu sparen. So wurden in den schlechtesten Jahren nur Leuchten betrieben, die vor öffentlichen und wichtigen Einrichtungen, in Hauptstraßen sowie an Kreuzungen standen.
Die wenigsten Kandelaber wurden direkt elektrisch betrieben, etwa jene um den Theaterplatz und an der Brühlschen Terrasse. Diese wurden anlässlich des 40. Jahrestages der Zerstörung Dresdens errichtet. Nach der politischen Wende wurden auch in Ortskernen wie Altmickten, Altgorbitz und Altdobritz elektrisch betriebene Kandelaber errichtet. Bis auf Straßen mit besonderer Bebauung, wie auf der Meußlitzer Straße, Reinickstraße und am Stresemannplatz, ist die Gasbeleuchtung vielmehr durch Standardleuchten ersetzt worden. 1998 gab es noch etwa 2400 gasbetriebene Kandelaber in Dresden.
[Bearbeiten] Aktuelle Entwicklung
2007 musste die Stadt noch immerhin 435.000 € für Erdgas ausgeben, die Umrüstung auf elektrischen Betrieb geht daher weiter. Zuletzt etwa auf der Glashütter Straße im Jahr 2007 und auf der Wartburgstraße und der Rosa-Menzer-Straße im Jahr 2008. 2009 sollen auf der Paul-Gerhardt-Straße, der Löscherstraße, der Spenerstraße, der Spittastraße, der Alemannenstraße und der Augsburger Straße die Gaslaternen verschwinden. Auch die Altenberger Straße soll nach heftiger Diskussion im Striesener Ortsbeirat auf elektrischen Betrieb umgerüstet werden. Da die alten Laternen nun nicht mehr als Devisenbringer taugen, bleibt zu hoffen, dass zumindest mehr in ihrer alten Form erhalten bleiben als zu DDR-Zeiten. In geschlossenen Arealen sollen ca. 1000 der Gaslaternen als technisches Denkmal erhalten werden. Es sind beispielsweise große Gebiete von Striesen-Ost, Trachau und einige Staßen in Löbtau.
[Bearbeiten] Verbreitung
Nachfolgend sind Gebiete mit Gasbeleuchtung, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, aufgeführt.
[Bearbeiten] Trachau
In der Nähe der Endhaltestelle Wilder Mann befindet sich ein noch geschlossenes Gebiet mit ca. 300 Gaslaternen, das nur von der Großenhainer Straße geteilt wird. So sind auch einige Hauptstraßen dabei, wie die Industriestraße und die Burgsdorfstraße. Dieses Gebiet soll, bis auf die Kopernikusstraße und Industriestraße, als Gasbeleuchtung erhalten bleiben.
[Bearbeiten] Kleinzschachwitz
In Kleinzschachwitz gibt es kaum eine Nebenstraße, auf der es keine Gasbeleuchtung gibt. Von daher ist es hier einfacher, jene Nebenstraßen mit elektrischer Beleuchtung zu nennen. Diese wären: Oberonstraße, Hartungstraße, Meußlitzer Straße, Putjatinstraße, Altkleinzschachwitz. Auf der Zschierener Straße, welche eine Hauptstraße in Richtung Heidenau ist, gab es auf Kleinzschachwitzer Hoheitsgebiet ebenfalls Gasbeleuchtung, die aber durch elektrische Beleuchtung in Gaslaternenoptik ersetzt wurde. Vorteil ist eindeutig die bessere Ausleuchtung, jedoch ist diese mit einer enormen Blendwirkung verbunden. Derzeit ist ein Abbau der Gasbeleuchtung in der Kurhausstraße und Freystraße. Als nächstes sollen alle Straßen südlich der Berthold-Haupt-Straße folgen. Alle Gaslaternen in Kleinzschachwitz werden nach und nach auf elektrische Beleuchtung umgebaut. (Stand 2012)
[Bearbeiten] Laubegast
In Laubegast befinden sich Gasbetriebene Kandelaber in den Straßen Hermann-Seidel-Straße, Tropauer Straße, Tauernstraße, Gmünder Straße, Großglockner Straße, Krainer Straße, Villacher Straße und auf dem Kärntner Weg sowie auf der Burgenlandstraße. Alle Laternen befinden sich zwischen Leubener Straße und Salzburger Straße. Alle Gaslaternen in Laubegast werden nach und nach auf elektrische Beleuchtung umgebaut. (Stand März 2010)
[Bearbeiten] Löbtau
Waren vor der Wende in Löbtau die Gaslaternen auch noch zahlreich nördlich der Kesselsdorfer Straße vertreten, mussten sie bis auf einen kläglichen Rest auf der Stollestraße zwischen Malterstraße und Rudolf-Renner-Straße der elektrischen Beleuchtung Platz machen. Leichter Trost, vielfach wurden alte Gaslaternen auf elektrischen Betrieb umgerüstet. Dagegen findet man im Gebiet mit der Rabenauer Straße im Westen, der Kesselsdorfer Straße im Norden, der Post- und Waldheimer Straße im Osten sowie der Mohorner Straße im Süden zahlreiche Gaslaternen. Hinzuzählen kann man noch die Döhlener und die Hainsberger Straße. (Stand August 2009)
[Bearbeiten] Striesen, Blasewitz
In den Stadtgebieten Striesen und Blasewitz hat die Gaslaterne wohl die besten Zukunftsaussichten, es ist auch das Gebiet mit der größten Verbreitung. Gaslaternen befinden sich im Gebiet zwischen Bergmannstraße, Barbarossaplatz, Lene-Glatzer-Straße als Westgrenze, der Schaufußstraße als östliche Grenze, der Schandauer Straße im Süden und der Loschwitzer und Tolkewitzer Straße im Norden. Ausgenommen sind die Berggartenstraße, Wittenberger Straße und ein Stück der Kretschmerstraße die bereits auf elektrischen Betrieb umgerüstet sind. (Stand August 2009)
[Bearbeiten] Tolkewitz
In Tolkewitz befinden sich die Gaslaternen noch in der Bellingrathstraße und im Gebiet zwischen Schulze-Delitzsch-Straße (inklusive), Toeplerstraße und Marienberger Straße. Alle Gaslaternen in Tolkewitz werden nach und nach auf elektrische Beleuchtung umgebaut. (Stand März 2010)
[Bearbeiten] Altgorbitz
Auf der Hofwiesenstraße, in Altgorbitz und den umliegenden Straßen stehen elektrisch betriebene Kandelaber.
[Bearbeiten] Technisches
Da eine Gasflamme für sich allein nicht hell brennt sondern nur einen bläuliche Schein gibt, müssen als eigentliche Lichtquelle keramische Glühstrümpfe eingesetzt werden. Diese sehr feinen, siebförmigen Keramik-Kuppeln können im glühenden Zustand bereits von geringen Erschütterungen beschädigt werden. Man sah das, wenn anstelle des gleichmäßigen gelben Lichtes eine trüb flackernde Flamme an einem der vier Strümpfe austrat. Somit gab es ständigen Wartungsbedarf und es war die Aufgabe des Laternenanzünders noch in den 60er Jahren, tagsüber defekte Glühstrümpfe auszuwechseln, bevor in der Dämmerung kontrolliert wurde, ob die Fernzündung überall funktioniert hatte.
Am Anfang wurden die Gaslaternen von Laternenanzündern angezündet, die per Fahrrad und Zündstange von Lampe zu Lampe fuhren. Später wurden die Lampen mittels Druckstößen im Gasnetz ferngezündet, damit die Laterne überhaupt anging, brannte ständig eine kleine Flamme. Der Laternenanzünder beschränkte sich jetzt nur noch auf die Lampen, die auf den Druckstoß nicht reagiert haben oder wo ein Windstoß oder böse Buben die Anzündflamme ausgelöscht hatten. Mit der Umrüstung der verbliebenen Gaslaternen von Stadt- auf Erdgas Anfang der neunziger Jahre wurden diese auf eine elektronische Steuerung mittels Dämmerungsschalter und Batterie umgerüstet, auch wurde bei allen Lampen der vierte Brenner blind verschlossen, um Gas zu sparen.
[Bearbeiten] Fotogalerie
Neubaugaslaterne Modell Rastatt an der Kötzschenbrodaer Straße
Einfaches Dresdner Modell auf Stahlmast, Spenerstraße
Einfaches Dresdner Modell auf Gussmast, Tittmannstraße
Verziertes Modell auf Gussmast, Barbarossaplatz
Gaslaterne an der Freischützstraße
Letzte Wandgaslaterne kurz vor Demontage, Kreischaer Straße
Kyffhäuserstraße im Gaslaternenlicht
Gaslaterne auf elektrischen Betrieb umgerüstet Rosa-Menzer-Straße
Gaslaterne auf elektrischen Betrieb umgerüstet Krenkelstraße
Gaslaternen auf elektrischen Betrieb umgerüstet am Blauen Wunder
[Bearbeiten] Quellen und Weblinks
- ↑ Adressbuch von 1856, hier Grüngasse 12
- Sächsische Zeitung "Schummriges Licht auf Dresdens Straßen" vom 15.01.1999
- Sächsische Zeitung "Und es wurde Licht" vom 11.03.2003
- Sächsische Zeitung "Immer mehr Gas-Kandelaber verschwinden" vom 28.02.2009
- Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Gaslaterne”
- Informationen über die Dresdner Gaslaternen bei Pro! Gas! Licht!
- Video Beitrag über die Dresdner Gaslaternen auf YouTube von SIMATV
- Seite über die Berliner Gaslaternen
- OnlinePetition zum Erhalt der Gasbeleuchtung in Dresden