Hochschule für Bildende Künste

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Haupteingang der Kunstakademie

Die Hochschule für Bildende Künste (HfBK) in Dresden gehört zu den traditionsreichsten Kunstakademien Deutschlands. Gegenwärtig belegen etwa 650 Studenten die Studiengänge Bildende Kunst, Kunsttechnologie (mit Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut), Bühnen- und Kostümbild, Theaterausstattung und KunstTherapie. Die Hochschule führt eigene Ausstellungen und jährlich im Juli eine Diplomausstellung durch. Gemeinsam mit ihren Kommilitonen von der Musikhochschule bieten die Studenten öffentliche Aufführungen (Bühnenbild, Ausstattung) an Dresdner Theatern.[1],[2] Die Kunsthochschule umfasst drei Standorte nahe der Elbe in der Brühlschen Terrasse 1, der Güntzstraße 34 und der Pfotenhauerstraße 81/83. Rektor ist Professor Christian Sery.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Die Dresdner Kunstakademie geht auf eine 1680 von Johann Georg III. gegründete Zeichen- und Malerschule zurück. Diese stand zunächst unter der Leitung von Samuel Bottschild und wurde 1697 unter August dem Starken wiedergegründet. Die Leitung übernahm Hofmaler Heinrich Christoph Fehling. 1705 erfolgte die Einrichtung als Malerakademie und 1727 begann mit Louis Silvestre die Ära französischer und italienischer Maler in Dresden. Letzter Direktor der Malerakademie war Charles Hutin.

[Bearbeiten] Von der Gründung 1764 bis zum Neubau eines Akademiegebäudes 1894

Christian Ludwig von Hagedorn wurde 1764 zum Generaldirektor der Kunstakademie bestellt.
Die Kunstakademie bei Nacht
Fama - die Göttin des Ruhms (von Robert Henze)

Die eigentliche Gründung der Kunstakademie erfolgte 1764 als Allgemeine Kunst-Academie der Malerey, Bildhauer-Kunst, Kupferstecher- und Baukunst (Akademie der bildenden Künste). Friedrich Christian hatte die Idee seines Vaters, August III., aufgegriffen und in den wenigen Monaten seiner eigenen Regentschaft einen konkreten Plan entwickelt. Dieser Plan wurde schließlich ein Jahr nach dem Tode des Kurfürsten von Prinz Xaver verwirklicht, der den jungen Friedrich August den Gerechten vertrat. Erstmals stand ein festes Budget zur Verfügung, so dass Lehrkräfte eingestellt werden konnten.

Zu Planungsbeginn galt Anton Raphael Mengs als aussichtsreicher Kandidat für die Berufung zum Gründungsdirektor - der hatte aber ausländische Wurzeln und man wollte zunächst ausdrücklich eine "deutsche Akademie". Christian Ludwig von Hagedorn wurde schließlich mit der Erarbeitung eines Konzepts beauftragt und zum Generaldirektor bestellt. Zur Professorenschaft, der zur Hälfte Italiener und Franzosen angehörten, zählten der Maler Charles Hutin als künstlerischer Akademiedirektor, Bernardo Bellotto als Professor für Perspektive, der Maler Giovanni Battista Casanova, der Bildhauer Johann Gottfried Knöffler und der Architekt Friedrich August Krubsacius. Die Akademie war von Beginn an bei den Studenten sehr gesucht, denn sie verband die Ausbildung in den Grundlagen der bildenden Künste mit einem Anschauungsunterricht in den berühmten Dresdner Sammlungen, der Gemäldegalerie, dem Kupferstich-Kabinett und der Antikensammlung.[3]

Bis 1791 entstand auf der Brühlschen Terrasse ein zentral gelegenes Akademiegebäude. Johann Gottfried Kuntsche baute dazu die ehemalige Brühlsche Bibliothek aus. Mit der Reform von 1836 wurde eine Struktur geschaffen, die für viele Jahre der Akademie ihr Gepräge geben sollte. Dem königlichen Kurator stand für die formelle Geschäftsleitung ein Kommissar zu Seite. Die künstlerische Leitung und Verwaltung oblagen einem akademischen Rat, dem die Mitglieder der Akademie angehörten. Der Studienprofessor regelte Studien- und Disziplinarangelegenheiten. Neben den Dozenten hatte die Akademie Ehrenmitglieder sowie einige weitere vor Inkrafttreten der Reform berufene ordentliche Mitglieder.[4] Ab 1814, also 14 Jahre bevor das Dresdner Polytechnikum gegründet wurde, war die Kunstakademie mit ihrer besonderen Abteilung Industrieschule zunächst auch für die technische Ausbildung verantwortlich.[5]

Die Dresdner Akademie zog von Beginn an international anerkannte Künstler in die Stadt. Dem Bildnismaler Anton Graff (1766) folgten 1817 Caspar David Friedrich, 1818 der Landschaftsmaler Johan Christian Clausen Dahl und 1836 Ludwig Richter. Ernst Rietschel begründete ab 1832 die Dresdner Bildhauerschule um Ernst Hähnel, Johannes Schilling und Robert Diez. Gottfried Semper lehrte ab 1834 Architektur. Ihm folgte 1850 mit Hermann Nicolai ein weiterer Verfechter der italienischen Renaissance. Um den seinerzeit modernen koloristischen Ansatz der Malerei zu stärken, wurde 1876 der Belgier Ferdinand Pauwels an die Spitze eines Meisterateliers für Historien- und Genremalerei berufen. Er holte auch Leon Pohle nach Dresden. Nach Jahren der Stagnation verhalfen viele junge Lehrer der Freilichtmalerei und dem Impressionismus zum Durchbruch. Ihre Inspirationen erhielten sie vielfach in der Künstlerkolonie Goppeln.

[Bearbeiten] Der Lipsius-Bau

Constantin Lipsius erbaute bis 1894 unmittelbar benachbart zur Brühlschen Terrasse den neuen Gebäudekomplex, gekrönt von der charakteristischen Glaskuppel, auch Zitronenpresse genannt. Unter ihr entstanden prachtvolle Ausstellungsräume, in denen wieder international bedeutende Kunstausstellungen durchgeführt werden konnten. Das Gebäude erhielt eine reiche plastische Verzierung. Ernst Hähnel war an den Planungen beteiligt, Johannes Schilling und Robert Henze sowie viele weitere bekannte Bildhauer schufen die kunstvollen Figuren bzw. Reliefs.[6] Mit dem Lipsius-Bau vollendete sich die Dresdner Neorenaissance.

[Bearbeiten] Das frühe 20. Jahrhundert

Otto Dix - Wegbereiter der Moderne

An der Dresdner Akademie kam den Meisterateliers eine große Bedeutung zu. Um die Jahrhundertwende gab es insgesamt sechs dieser profilbestimmenden Einrichtungen (Geschichts-, Landschafts-, Genremalerei, zwei Bildhauerateliers, eines für Baukunst).[7] Zu den wichtigsten Malern an der Akademie des frühen 20. Jahrhunderts zählten Carl Bantzer, Gotthardt Kuehl, Otto Gussmann und Robert Sterl. Eugen Bracht setzte die Tradition der Dresdner Landschaftsmaler seit Caspar David Friedrich fort und Georg Wrba verband die Dresdner Bildhauerschule mit den Reformideen des Deutschen Werkbundes. Die Dresdner Sezessionen opponierten wiederholt gegen den akademischen Malstil und trugen gerade dadurch nicht unwesentlich zu dessen Weiterentwicklung bei. Die KG Brücke war wiederholt auf den Kunstausstellungen im Lipsius-Bau vertreten. 1919 erhielt mit Oskar Kokoschka ein wichtiger Vertreter des Expressionismus eine Professur. Otto Dix lehrte an der Kunstakademie von 1927 bis 1933.

Am Standort Güntzstraße

[Bearbeiten] Zusammenführung von Kunstgewerbeschule und Kunstakademie in der DDR

1946 übernahm Hans Grundig die Leitung der Akademie. Nachdem dieser 1948 aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten musste, erhielt Mart Stam den Auftrag, die Akademie der bildenden Künste mit der Staatlichen Hochschule für Werkkunst (vormalige Kunstgewerbeschule) zu vereinen.[8] Er führte deshalb beide Einrichtungen ab 1949 in Personalunion. Sein Konzept einer Synthese von bildender Kunst und Formgestaltung in der Tradition der Architektur des Bauhauses scheiterte jedoch am Widerstand einflussreicher Kräfte um Walter Weidauer und Lea Grundig. Besonders die geplante Abschaffung der Meisterateliers rief den einhelligen Widerstand der Dresdner Malerschaft hervor. Stam musste im Jahr der Vereinigung beider Hochschulen 1950 Dresden wieder verlassen. Im Zuge der 1951 aufkommenden Formalismusdebatte, in der die Freiheit der Kunst zugunsten des sozialistischen Realismus beschnitten wurde, verloren auch bedeutende Dresdner Professoren ihr Lehramt, so Wilhelm Lachnit.

Die vereinigte Kunsthochschule wurde schließlich von Fritz Dähn geführt, der außerdem den Vorsitz des Verbandes Bildender Künstler der DDR übernahm. Zu den bekanntesten Professoren der DDR-Zeit gehörten der Bildhauer Walter Arnold, zeitweise Vorsitzender des Verbandes Bildender Künstler, sowie als langjährige Rektoren die Maler Rudolf Bergander und Paul Michaelis sowie der Graphiker Gerhard Kettner. In der Wendezeit gründeten Künstlerinnen die Dresdner Sezession 89. Das Ausstellungsgebäude war nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg jahrzehntelang ungenutzt geblieben. Die Sanierung konnte erst 2005 abgeschlossen werden.[9] Heute wird die Kunsthalle durch die Staatlichen Kunstsammlungen genutzt.

[Bearbeiten] Lehrkräfte, Studenten, Ehrenmitglieder

Lehrkräfte: Carl Bantzer | Bernardo Bellotto | Samuel Bottschild | Eugen Bracht | Marianne Brandt | Giovanni Battista Casanova | Ludwig Theodor Choulant‎ | Johan Christian Clausen Dahl | Jutta Damme | Robert Diez | Otto Dix | Wilhelm Ellenberger | Christian Friedrich Exner‎ | Heinrich Christoph Fehling | Caspar David Friedrich | Anton Graff | Joseph Grassi | Lea Grundig | Richard Guhr | Otto Gussmann | Christian Ludwig von Hagedorn | Ernst Hähnel | Karl Hanusch | Johann Gottlob Hauptmann | Robert Henze | Alfred Hesse | Hermann Theodor Hettner | Ludwig von Hofmann | Julius Hübner | Charles Hutin | Johann Christian Klengel | Johann Gottfried Knöffler | Friedrich August Krubsacius | Ephraim Gottlieb Krüger | Ferdinand Anton Krüger‎ | Gotthardt Kuehl | Gerhard von Kügelgen | Wilhelm Lachnit | Constantin Lipsius | Camillo Graf Marcolini | Ismael Mengs | Christian Gottlieb Mietzsch | Paul Mohn | Hermann Nicolai | Ferdinand Pauwels | Franz Pettrich | Leon Pohle | Hermann Prell | Friedrich Preller d.J. | Carl Rade | Moritz Retzsch | Carl August Richter | Ludwig Richter | Ernst Rietschel | August Schreitmüller | Gottfried Semper | Crescentius Jakob Seydelmann | Johannes Schilling | Osmar Schindler | Julius Schnorr von Carolsfeld | Julius Scholtz | Karl Gottlob Schönherr | Edmund Schuchardt | Louis Silvestre | Mart Stam | Robert Sterl | Heinrich Tessenow | Joseph Thürmer | Georg Treu | Carl Christian Vogel von Vogelstein | Christian Leberecht Vogel | Paul Wallot | Oskar Walzel | Georg Wrba | Johann Eleazar Zeissig | Adrian Zingg | Oskar Zwintscher

Ehemalige Studenten: Karl-Heinz Adler | Elisabeth Andrae | Carl Bantzer | Alexander Baranowsky | Caroline Bardua | Erna Bercht | Carl Adolph Canzler | Giovanni Battista Casanova | Ludwig Theodor Choulant | Johann Vincenz Cissarz | Siegwald Johannes Dahl | Jutta Damme | Robert Diez | Otto Dix | Emil Donath | Christian Heinrich Eigenwillig | Georg Erler | Bruno Fischer | Lutz Fleischer | Ernst Giese | Bruno Gimpel | Hermann Glöckner | Lea Grundig | Karl Moritz Haenel | Guido Hammer | Karl Hanusch | Robert Henze | Ludwig von Hofmann | Michael Hofmann | Woldemar Hottenroth | Georg Friedrich Kersting‎ | Johann Christian Klengel | Rudolf Knöbel | Magdalene Kressner | Hermann Krone | Ephraim Gottlieb Krüger | Ferdinand Anton Krüger‎ | Reinhard Krüger | Gotthardt Kuehl | Wilhelm von Kügelgen | Max Hans Kühne | Wilhelm Lachnit | Otto Lange | Eduard Leonhardi | Constantin Lipsius | Wilhelm Gotthelf Lohrmann | Elfriede Lohse-Wächtler | Margarete Macholz | Frommherz Lobegott Marx | Karl Ludwig Matthäy | Irmgard Meinhold | Richard Merz | Christian Gottlieb Mietzsch | Hans-Volker Mixsa | Paul Mohn | Ursula Molnar-Höing | Oskar Mothes | Hermann Nicolai | Ernst Erwin Oehme | Ernst Ferdinand Oehme | Ludwig Otto | Ferdinand Pettrich | Franz Pettrich | Martin Erich Philipp | ‎Leon Pohle | Egmar Ponndorf (Hospitant) | Hermann Prell | Friedrich Preller der Jüngere | Lucie Prussog | Karl Quarck | Carl Rade | Moritz Retzsch | Carl August Richter | Hans Richter | Ludwig Richter | Ernst Rietschel | Max Rosenlöcher | Irena Rüther-Rabinowicz | Heinrich Gotthelf Schaufuß | Karl Samuel Scheinert | Johannes Schilling | Osmar Schindler | Julius Scholtz | Karl Gottlob Schönherr | August Schreitmüller | Edmund Schuchardt | Eva Schulze-Knabe | Helmut Schwager | Johann Friedrich Starke ‎| Louise Seidler | Gustav Eduard Seydel‎ | Crescentius Jakob Seydelmann | Paul Sinkwitz | | Julius Steglich | Robert Sterl | Walther Stötzner | Elsa Sturm-Lindner | Carl Gregor Täubert | Inge Thiess-Böttner | Gottlob Friedrich Thormeyer | Hans Unger | Wilhelm Vörtel | Carl Christian Vogel von Vogelstein | Christian Leberecht Vogel | Lieselotte Voretzsch-Linné | Vinzenz Wanitschke | Ralph Wünsche | Johann Eleazar Zeissig | Oskar Zwintscher

Ehemalige Ehrenmitglieder: Carl August Böttiger | Carl Gustav Carus | Siegwald Dahl | Robert Diez | Karl Moritz Haenel | Robert Henze | Reinhard Krüger | Eduard Leonhardi | Adolf Lier | Hermann von Nostitz-Wallwitz | Ernst Erwin Oehme | Ernst Ferdinand Oehme | Johannes Schilling | Julius Scholtz

[Bearbeiten] Siehe auch

offene HfBK

Liste von Galerien | Neuer Sächsischer Kunstverein | Bildatlas "Kunst in der DDR"

[Bearbeiten] Künstlergruppen

Die Dresdner Kunstgeschichte ist reich an überregional beachteten Künstlergruppen, die sich ihrerseits intensiv - oft kontrovers - mit den offiziellen Lehrmeinungen der Kunstakademie auseinandersetzten und in diesem Wechselspiel auf die Akademie zurückwirkten:

Dresdner Sezession 1893 | Die Elbier | Brücke | Die Zunft | Dresdner Sezession 1919 | ASSO | Dresdner Sezession 1932 | Die Sieben | Der Ruf | Das Ufer | Dresdner Sezession 89

[Bearbeiten] Verkehrsverbindungen

[Bearbeiten] Quellen

  1. Inszenierung "Besuch der Alten Dame" - (v. Einem, nach Dürrenmatt) 2005
  2. Inszenierung "La Clemenza di Tito (Mozart) 2005
  3. Gertrud Rudlof-Hille. Die Dresdner Galerie. Henschelverlag Berlin, 1957
  4. Adress- und Geschäftshandbuch der königlichen Haupt- und Residenzstadt Dresden, 1868
  5. Hans Gehrig: Die Sächsische Technische Hochschule. In: 200 Jahre Dresdner Anzeiger. Jubiläumsausgabe 1. September 1930, S. 46-48
  6. Wolfgang Kirchbach: Der Kunstausstellungspalast zu Dresden und die neue königliche Kunstakademie: Teil 1, Teil 2
  7. Die Königliche Akademie der bildenden Künste in Dresden (1904)
  8. Simone Hain: Mart Stam in der DDR »...spezifisch reformistisch bauhausartig...«
  9. Kunsthalle im Lipsiusbau

[Bearbeiten] Weblinks

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