Faunpalast

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Lichtspieltheater Faunpalast heute
Lichtspieltheater Faunpalast heute
Im Gebäude auf der Leipziger Straße 76 wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts zunächst der Gasthof Stadt Leipzig eröffnet. Dieser Tanz-Palast bezeichnete sich als "Größtes Konzert - Ball - Garten - Etablissement", wo sich um die Jahrhundertwende die Arbeiterbewegung getroffen hat.

1929 wurde vom Dresdner Kinoarchitekten Martin Pietzsch darin der Faunpalast mit immerhin 600 Plätzen eingerichtet; er zählte damit zu den größten Kinos der Stadt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war vorgesehen, das Haus für Varietéveranstaltungen zu nutzen. Doch in Dresden waren zu viele Filmtheater den Bomben zum Opfer gefallen, v.a. in der Innenstadt, so dass die Entscheidung nur einen Monat nach Ausbau der Kinobestuhlung zurückgenommen wurde.

Die Kinoverwaltungsbehörden waren bemüht, den Faunpalast auf dem aktuellen Stand der Technik zu halten – immerhin war das Kino nach der Schauburg das zweit-, ab Eröffnung des Rundkinos das drittwichtigste Haus, wenn es um die Verteilung aktueller Filmkopien ging[1]:

„Man erweiterte die Bühne und Bühnennebenräume. 1964 bekam der Faunpalast eine 6 x 13 Meter breite gekrümmte Bildwand, um das Totalvisionsverfahren zu ermöglichen. (Totalvision nannten die DDR-Kinotechniker aus lizenzrechtlichen Gründen das Cinemascope-Format, bei dem das Filmbild mittels einer anamorphotischen Linse auf ein Höhe-Breite-Verhältnis von 1:2,35 verbreitert wird. Anm. Tanja.) Gleichzeitig wurde als Kinomaschine die damals hochmoderne Dresden 21 eingebaut, die mit einem 2,5 KW-Xenonlampenhaus ausgestattet war. Somit war der Faunpalast das einzige Filmtheater bis zur Eröffnung des Rundkinos 1972 mit einer gekrümmten Leinwand, die den Vorteil hatte, dass die Lichtausbeute optimal und die Randverzerrungen des Bildes minimal waren. 1982 wurde das Kinogestühl erneuert, die Saaldecke verändert und die Wände mit einer verbesserten akustischen Bespannung versehen. Leider gab es nur eine Ein-Kanal-Tonwiedergabe, die allerdings wegen der hochwertigen Akustik des Saales und dem gut proportionierten Lautsprechersystem faszinierend war.“[2]

1991 wurde der Faunpalast aus baupolizeilichen Gründen geschlossen, in das Foyer zogen verschiedene Geschäfte, darunter ein Schuhladen und eine Videothek. Seit der Sanierung des Hauses ist darin ein Fahrzeughändler untergebracht. Der Saal selbst, an der Rückwand des Hauses, wurde 2003 abgerissen und statt dessen ein Lebensmittel-Discounter errichtet.

[bearbeiten] Quellen

  1. Iwailo Schmidt: Der unsichtbare Filmstar. Eine Liebesgeschichte aus der Epoche des Kinos. Dresden 2008. S. 48/49. ISBN 978-3-00-024764-4
  2. Iwailo Schmidt, S. 49/50

[bearbeiten] Siehe auch

[bearbeiten] Weblinks

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