Richard Guhr

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Goldener Rathausmann

Richard Guhr (* 30. September 1873 in Schwerin; † 27. September 1956 in Höckendorf) war ein bekannter Bildhauer und Maler. Er verklärte die altdeutsche Malerei und vertrat deutschnationale Positionen. Als Professor an der Kunstgewerbeschule zählte er zu den wichtigsten Lehrern von Otto Dix.

Guhr kam 1890 nach Dresden, der Heimat seiner Eltern, um die Kunstgewerbeschule zu besuchen. Nach weiteren Studien und ersten Arbeiten in Berlin beteiligte er sich an der künstlerischen Vorbereitung der deutschen Präsentation zur Weltausstellung 1904 in St. Louis. Zum 1. Januar 1905 kehrte er nach Dresden an die Kunstgewerbeschule als Lehrer für figürliche dekorative Malerei zurück. Außerdem wurde er Mitglied der Künstlergruppe Die Zunft, die sich 1909 mit der Gruppe Die Elbier zusammenschloss. Damals wohnte er in der Feldherrenstraße 10 II.[1]

1907 erhielt Guhr den Titel als Professor für Figurenmalen und Figurenzeichnen verliehen, und er gewann den Wettbewerb um die Gestaltung der Turmspitze des Neuen Rathauses mit einem 12 Meter hohen vergoldeten Herkules - heute ein Wahrzeichen Dresdens.[2] Für das Neue Rathaus schuf Guhr 1912 außerdem insgesamt zwölf weitere allegorische Skulpturen, darunter „Verwaltung“ und „Rechtspflege“.[3]

Guhr behielt bis 1914 ein Atelier in Berlin, wo er viele repräsentative Werke schuf, darunter die Ausgestaltung des Hotel Adlon. Er ließ sich deswegen auch zeitweise in Dresden beurlauben. Von 1910 bis 1914 gehörte Otto Dix zu seinen Schülern an der Kunstgewerbeschule, u. a. in den Fächern Aktzeichnen und plastische Gestaltung. Weitere Schüler waren hier Arno Drescher und Friedrich Kurt Fiedler. Er lehrte zudem an der Abendschule und unterichtete hier bis 1920 Wilhelm Lachnit.[4]

Grabstelle auf dem Trinitatisfriedhof
Wagner-Porträt in Graupa

Richard Guhr entwickelte eine große Verehrung für Richard Wagner. 1911 entwarf er das größte Wagner-Denkmal der Welt, das zunächst im Großen Garten aufgestellt werden sollte, jedoch erst 1933 seinen Platz im Liebethaler Grund bei Graupa erhielt.[5] Die Wahl fiel auf diesen Ort nicht nur, weil ein Gönner das Grundstück zur Verfügung stellte, sondern weil es am DichterMusikerMalerweg gelegen einer romantischen Tradition nahe ist, zu der sich auch Guhr bekannte. Der finanzierte die Aufstellung des Denkmals selbst und schuf im selben Jahr außerdem eine Porträtbüste Wagners. Sie wurde am Eingang zum Park der bereits 1907 eingeweihten Wagner-Gedenkstätte mit dem Lohengrinhaus aufgestellt.

Schon in den 1920er Jahren beteiligte sich Guhr mit Schriften wie Die Schuld am Verfall der Künste und Der Judenstil oder der Expressionismus an völkischen, judenfeindlichen und gegen die Moderne gerichteten Diskussionen, die von den Nationalsozialisten aufgegriffen wurden. Ab 1934, unmittelbar nach der Entlassung seines einstigen Schülers und Freundes Otto Dix, lehrte er Monumentalmalerei an der Kunstakademie und schuf eine Wagner-Sammlung von über 100 Tafelbildern, die auf Schloss Albrechtsberg gezeigt und 1945 zerstört wurde. Guhr wohnte damals in der Carlstraße 13.[6]

Der Verlust seines Lebenswerkes ließ Guhr verzweifeln. In seiner neuen Heimat Höckendorf an der Wilden Weißeritz versuchte er, die Wagner-Bilder nochmals neu zu erschaffen. Sein Grab befindet sich auf dem Trinitatisfriedhof.

[Bearbeiten] Quellen

  1. Adressbuch der Stadt Dresden, 1906
  2. Goldener Rathausmann
  3. STADTLEXIKON Dresden A-Z, Verlag der Kunst Dresden 1998, ISBN 3-364-00304-1, S. 170
  4. Erster Lehrer von Wilhelm Lachnit
  5. Richard-Wagner-Denkmal in Liebethal
  6. Adressbuch der Stadt Dresden, 1943/44

[Bearbeiten] Weblinks

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