Albrecht der Beherzte

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Albrecht der Beherzte

(31. Juli 1443 Grimma - 12. September 1500 Emden)

Albrecht III., der Beherzte (Albertus Animosus), Herzog von Sachsen, jüngerer Sohn des Kurfürsten Friedrich des Sanftmütigen, war der Begründer der albertinischen, später königlich sächsischen Linie.

Zusammen mit seinem älteren Bruder Ernst wurde Albrecht 1455 durch Kunz von Kaufungen aus Altenburg entführt, lebte dann am Hofe Kaiser Friedrichs III. zu Wien und wurde 1464 mit Zedena (Sidonie von Böhmen), der Tochter Georg Podiebrads von Böhmen, vermählt. Seine Bewerbung um die böhmische Krone war nach seines Schwiegervaters Tode, 1474, ohne Erfolg. Nach des Vaters Tod (1464) regierten die beiden Brüder Ernst und Albrecht gemeinschaftlich, bis der Anfall Thüringens an Meißen (1483) Anlass zum Leipziger Teilungsvertrag (26. August 1485) gab. Albrecht erhielt Meißen und zahlte seinem Bruder 100.000 Gulden zur Hälfte bar, zur Hälfte durch Abtretung des Amtes Jena. Mit der Teilung trat zwischen beiden Linien eine Spannung ein, die 60 Jahre später unter Albrechts Enkel Moritz zum Bruch führte.

Den Habsburgern treu ergeben, wurde Albrecht von Kaiser Friedrich III. zum »gewaltigen Marschall und Bannerträger« ernannt, focht 1475 gegen Karl den Kühnen von Burgund und führte 1480 und 1487 das Reichsheer gegen König Matthias von Ungarn, richtete aber, vom Kaiser ungenügend unterstützt, nichts aus. 1488 zog er zur Befreiung des von den Bürgern zu Brügge gefangenen Maximilian I. gegen das rebellische Flandern. Maximilian übertrug ihm die Statthalterschaft der Niederlande, und zum Lohn für deren Bewältigung erhielt er, wie bereits 1483, die Eventualbelehnung mit Jülich und Berg, so 1493 gegen Verzicht auf eine Schuldforderung von 250.643 Gulden die Würde eines erblichen Potestaten und ewigen Gubernators von Friesland, das er jedoch erst mit Waffengewalt unterwerfen musste. Während er wegen eines Landtags nach Leipzig eilte, erhoben sich die Friesen und belagerten seinen zurückgelassenen zweiten Sohn, Heinrich den Frommen, in Franeker. Albrecht entsetzte Heinrich, starb aber nach der Bezwingung Groningens in Emden.

In Sachsen verbesserte Albrecht Justiz und Polizei. Dresden war seit der Teilung Albrechts Residenz (vorher hielt er sich meist in Tharandt auf). Seine häufige Abwesenheit und die Aufwendung großer Summen für den Dienst des Kaisers machten ihn bei den Ständen unbeliebt. Sein Testament (eigentlich ein mit Zustimmung seiner Söhne Georg und Heinrich sowie eines landständischen Ausschusses zu Maastricht gemachter und 12. Dezember 1500 vom Kaiser bestätigter Erbvertrag vom 18. Februar 1499) war der erste Versuch, die Primogeniturerbfolge in Sachsen einzuführen. Georg sollte danach in den meißnisch-thüringischen Erblanden, Heinrich in Friesland des Vaters Nachfolger sein. Für den Fall, dass einer sein Land verlöre, sollte der andere ihm ein Stück von dem seinigen einräumen. Seinen Namen trägt die von ihm begonnene Albrechtsburg in Meißen, vor der sich sein von Hultzsch entworfenes Erzstandbild erhebt.

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