Carl Maria von Weber
Carl Maria von Weber (1786-1826) war ein Komponist, Musikschriftsteller sowie Kapellmeister in Dresden und gilt als Schöpfer der romantischen Deutschen Nationaloper.
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[Bearbeiten] Leben
Carl Maria von Weber wurde am 18. November (oder Dezember) in Eutin (Schleswig-Holstein) als Sohn eines begabten Mannes mit abenteuerlichem Lebenslauf geboren, der früher Offizier und Beamter, zur Zeit aber gerade Stadtmusikus von Eutin war. Wenige Monate später begründete der Vater mit seiner Familie eine kleine Operngesellschaft, mit der er Deutschland durchzog. Trotz des unruhigen Wanderlebens erzog ihn der Vater in seiner Art sorgfältig und ließ ihm, da er auf jeden Fall etwas Großes aus ihm machen wollte, Unterricht in verschiedenen Künsten zu teil werden. Am deutlichsten, wenn auch nicht wunderkindartig, war des Knaben musikalische Begabung.
In Salzburg genoss er seit 1791 den Unterricht Michael Haydns, dem Bruder des Komponisten Joseph Haydn, und brachte als Zwölfjähriger seine ersten Tonschöpfungen, sechs Fughetten, heraus.
In München schrieb er ein Jahr später auch schon seine erste Oper, die verlorengegangen ist. Dann schien ihn eine Zeit lang die damals erfundene Kunst des Steindrucks von seinem Ziel abzulenken; aber in Freiberg, das als Sitz mechanischer Wissenschaften der geeignetste Ort für diesen Zweck schien, brach seine Natur wieder durch: Er schuf die später zur "Silvana" umgestaltete Oper, "Das stumme Waldmädchen", die in Chemnitz und Freiberg Ende 1800 zur Aufführung kam. Nach weiteren Fahrten nach Salzburg und Augsburg zog er mit dem Vater 1803 nach Wien und nahm Unterricht bei Abt Vogler, durch dessen Empfehlung er im nächsten Jahre die Kapellmeisterstelle am Breslauer Theater erhielt, die er anderthalb Jahre lang bekleidete. Die nächste längere Ruhestatt fand er als herzoglicher Privatsekretär in Stuttgart. Im Jahre 1810 begann er von Mannheim und Darmstadt aus Konzertreisen, die ihn durch Deutschland und die Schweiz führten: Längere Zeit weilte er in München 1811 und Berlin 1812.
[Bearbeiten] Dresdner Zeit
Nach Dresden kam er im Dezember 1811 und im Februar 1812. Im April des folgenden Jahres nahm er wieder eine feste Stellung als Operndirektor in Prag an, unternahm aber auch von hier aus Konzertreisen: In Berlin 1814 von der Hochflut der vaterländischen Begeisterung ergriffen, ging er daran, Körners "Leier und Schwert" in Musik zu setzen. Seine Prager Stellung gab er 1816 auf und siedelte Mitte Januar 1817 als Kapellmeister der neu errichteten Deutschen Oper nach Dresden über. Der Ausbau dieser Kunstanstalt legte ihm eine bedeutende Amtslast auf, die noch durch die eifersüchtigen Ränke des Leiters der italienischen Oper, Francesco Morlacchi, bedenklich erschwert wurde.
Dennoch waren die gefestigten Verhältnisse, in denen Weber - auch durch Verheiratung mit der Sängerin Caroline Brandt (1794-1852) - nunmehr lebte, seiner künstlerischen Entwicklung günstig und es begann in Dresden seine Hauptschaffenszeit, in der er Begründer der romantischen Oper wurde. Den "Freischütz", dessen Stoff ihn schon 1810 begeistert hatte, nahm er jetzt in Angriff und vollendete ihn 1820: Am 18. Juni 1821 erlebte das Werk, das seinen Meister sofort und bis heute volkstümlich gemacht hat, in Berlin die Uraufführung; über die Dresdner Bühne ging es nach Überwindung mancher Widerstände zuerst am 26. Januar des folgenden Jahres.
Dann schrieb er in Dresden ebenfalls die Musik zu P.A. Wolffs Schauspiel "Preziosa". Die "Euryanthe" schuf er für Wien, wo sie am 25. Oktober 1823 ans Licht trat; die Dresdner Bühne folgte am 31. März 1824. Diese Oper ohne Sprechdialog im Stil der großen Oper war des Meisters Lieblingsschöpfung, erreichte aber zu seinem Schmerz bei weitem nicht die Beliebtheit des "Freischütz". Für London schrieb er dann den "Oberon".
Des Meisters ganze Anlage neigte zur Romantik, deren Reich er für die Musik erschloss und durch die Musik seelisch wie darstellerisch wahr hinstellte. Seine reiche Erfindungskraft hat in der Oper wie im Lied unvergänglich Schönes entstehen lassen, während der Mangel an planmäßiger Ausbildung ihn am meisten in seiner reinen Instrumentalmusik hinderlich war. Im geistigen Leben Dresdens stand Weber in enger Verbindung mit dem Liederkreis, in dessen Mitte er auch die Dichter des "Freischütz"- und "Euryanthe"-Textes, Friedrich Kind und Wilhelmina von Chezy, fand, pflegte aber auch die Beziehungen zu Tieck. Am 7. Februar 1826 trat der Meister die Reise über Paris nach London an. Dort leitete er seit dem 12. April die ersten Aufführungen seines "Oberon", der begeisterte Aufnahme fand. Aber in der Nacht vom 4. zum 5. Juni erlag er in London seiner Lungentuberkulose, die er bereits seit 1812 hatte. Sein Leichnam wurde auf die Initiative von Richard Wagner, der auch die Grabrede hielt, achtzehn Jahre später nach Dresden überführt und unter großer Anteilnahme der Bevölkerung auf dem Katholischen Friedhof in Friedrichstadt beigesetzt. Die Dresdner Musikhochschule trägt seinen Namen.
[Bearbeiten] Quellen
- DR. GEORG BEUTEL: »Bildnisse hervorragender Dresdner aus fünf Jahrhunderten«, Dresden 1908
- STADTLEXIKON Dresden A-Z, Verlag der Kunst Dresden 1998, ISBN 3-364-00304-1
- „Künstler am Dresdner Elbhang” Band 1, Elbhang-Kurier-Verlag 1999, S. 172
[Bearbeiten] Ehrungen
- Im Stadtteil Kleinzschachwitz sind gleich 5 Straßen nach ihm benannt: Carl-Maria-von-Weber-Straße und nach seinen Stücken Euryantheweg, Freischützstraße, Oberonstraße und die Peter-Schmoll-Straße
- Weiterhin sind in Dresden der Weberweg und der Weberplatz nach ihm benannt.
- Seit 1959 trägt die Hochschule für Musik "Carl Maria von Weber" seinen Namen. Heute steht ein Bronzedenkmal von Ernst Rietschel zwischen dem Zwinger und der Semperoper (früher an der Dresdner Gemäldegalerie).
- In Hosterwitz wurde 1948 die gleichnamige Gedenkstätte eröffnet, die auch heute noch als Museum und Veranstaltungsort genutzt wird.