Frauenkirche
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Neumarkt mit Frauenkirche-Ruine, Friedrich-August-II-Denkmal, Zitronenpresse und "Schuhhaus Spatz", 1960er Jahre
Im Großraum Dresden gibt es zwei Frauenkirchen, eine in Meißen und die bekanntere in Dresden auf dem Neumarkt.
Die Dresdner Frauenkirche ist ein monumentaler, kuppelüberwölbter protestantischer Zentralbau. Die Kirche wurde von 1726 bis 1743 anstelle der früheren gotischen Liebfrauenkirche durch den Dresdner Ratszimmermeister George Bähr als „St. Peter der wahren evangelischen Religion“ errichtet.
Die Kirche hat einen quadratischen Grundriss von 40 mal 40 Metern und ist insgesamt 95 Meter hoch. Die Kuppel besteht aus massiven Elbsandstein. Im Inneren ist die Kirche prachtvoll mit Marmorierungen ausgestattet. Die Laterne wurde erst nach dem Tod von George Bähr im Jahr 1738 durch Johann Gottfried Fehre vollendet.
[Bearbeiten] Geschichte
- 1316: erste Erwähnung der Frauenkirche - Friedrich Klemme stiftet eine Gedächtnismesse im Chor der Kirche Unserer Lieben Frauen; Bischof Witigo II. von Meißen bestätigt dem Kloster Seußlitz das Patronat der Dresdner Frauenkirche
- 1477: Ausbau des Chors der Frauenkirche
- 1497: die Frauenkirche erhält einen Dachreiter (3)
- 1556 - 1559: die Frauenkirche wird vergrößert (1), das Innere wird umgestaltet, eine Empore und feste Kirchensitze eingebaut (3)
- 1560 - 1565: ein neuer Frauenkirchhof wird angelegt (1)
- 1584: die Frauenkirche erhält einen 13 Ellen hohen Sandsteinaltar von Christoph Walther II. (1), (3)
- 26. April 1722: auf dem Glockenturm der alten Frauenkirche wird zum letztenmal geläutet. Alsbald begann man mit Abtragung des alten Glockenturmes und des Chorgewölbes, stützte auf der südwestlichen Seite die Mauern der Kirche und erhielt das baufällige Gebäude bis 1727. (2)
- 26. August 1726: Grundsteinlegung (mehr dazu) (2)
- Mit der Bauverwaltung waren der Bürgermeister Christian Schwarzbach, welcher über Einnahmen und Ausgaben Rechnung abzulegen hatte, und der Senator Johann Christoph Behnisch betraut; Bauschreiber war der Brückenamtsschreiber Christian Friedrich Rabenstein. Die technische Leitung war dem Ratszimmermeister George Bähr und dem Ratsmaurermeister Johann Christian Fehre. Zur Finanzierung veranstaltete man u.a. eine Lotterie im Breihahnhaus. (2)
- 1727: Abbruch der alten Frauenkirche (2)
- 27. Mai 1743: der vergoldete Turmknopf wird auf die Frauenkirche gesetzt (2)
- 13./14. Februar 1945: Die Frauenkirche übersteht die Luftangriffe nahezu unbeschadet. In den ersten Stunden des 14. Februar dringt das Feuer der brennenden Stadt in die Kirche ein. Sie brennt völlig aus.
- 15. Februar 1945: Am Vormittag stürzt die ausgebrannte Frauenkirche in sich zusammen. Durch die extreme Hitzeeinwirkung beim Brand der Kirche und während des Feuersturms in der Stadt war immer mehr Sandstein von den Stützpfeilern abgeplatzt. Diese konnten schließlich die etwa 12.000 Tonnen schwere Kuppel nicht mehr tragen.[1]
- Bis in die frühen 1990er Jahre lag der 22.000 Kubikmeter große Trümmerberg als Mahnmal im Dresdner Stadtzentrum. Bestrebungen zum Wiederaufbau der Frauenkirche gab es bereits seit dem Einsturz 1945, sogar eine Spendenkampagne mit einem Plakat von Paul Sinkwitz und erste technische Untersuchungen fanden statt, aber der Kirchenbau war kein vordergründiges Ziel in der DDR.[2] Das Dresdner Institut für Denkmalpflege und der Sächsische Landeskonservator Prof. Hans Nadler sorgten aber dafür, dass die Ruine nicht abgetragen, sondern gesichert wurde. In der ersten Hälfte der 1960er Jahre deklarierte die Stadt die Frauenkirchruine offiziell als Mahnmal des Krieges. Am 13. Februar 1982 versammelten sich erstmals junge Menschen mit Kerzen an der Ruine. So wurde die zerstörte Frauenkirche zum Symbol der DDR-Friedensbewegung.[3]
- 13. Februar 1990: Eine im November 1989 gegründete Bürgerinitiative für den Wiederaufbau der Frauenkirche tritt mit dem „Ruf aus Dresden“ an die Öffentlichkeit und ruft zu einer weltweiten Spendenaktion auf. In den Folgejahren erklären sich auch die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens und die Stadt Dresden bereit, den Wiederaufbau zu unterstützen.[4]
- 4. Januar 1993: Die "archäologische Enttrümmerung" beginnt. Die Kirchenreste werden gesichtet, erfasst und geborgen. Zehntausende Steine werden für den Wiederaufbau gesichert.
- 1. Juni 1993: Das stark beschädigte Turmkreuz mit dem dazugehörigen Knauf wird in den Trümmern gefunden.
- 27. Mai 1994: Der erste Stein zum Wiederaufbau wird gesetzt.
- 26. August 1996: Einweihung des wiedererrichteten Kellers der Frauenkirche als Unterkirche durch Landesbischof Volker Kreß[5]
- 30. Oktober 2005: festliche Weihe der wiederaufgebauten Frauenkirche[6]
[Bearbeiten] Quellen
- (1) SEIDLITZ, Woldemar von: Die Kunst in Dresden vom Mittelalter bis zur Neuzeit, Dresden 1921
- (2) LINDAU, Geschichte der königlichen Haupt- und Residenzstadt, 2. verbesserte Aufl., Dresden 1885
- (3) LÖFFLER, Fritz: Das Alte Dresden, Dresden 1956 S. 11aufgehoben
- ↑ http://www.frauenkirche-dresden.de/zerstoerung.html
- ↑ http://www.frauenkirche-dresden.de/erste-bestrebungen.html
- ↑ http://www.frauenkirche-dresden.de/mahnmal.html
- ↑ http://www.frauenkirche-dresden.de/wiederaufbau.html
- ↑ http://www.frauenkirche-dresden.de/bauchronik.html
- ↑ http://www.frauenkirche-dresden.de/weihe.html
- 1756 Dresden – Dem Mythos auf der Spur, Asisis monumentales 360°-Panorama der Barockzeit in Dresden, Kathrin Francik/ Ulla Heise, Asisi Visual Culture GmbH, 2. Auflage 2009, ISBN 978-3-00-029599-7
- Dresden Stadtlexikon, edition Sächsische Zeitung, Siegmar Baumgärtel/ Klaus Gertoberens,1. Auflage 2009, ISBN 978-3-938325-61-2
- http://www.frauenkirche-dresden.de