Theodor Winkler

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Theodor Winkler
Die Dresdner Abendzeitung, als Organ des Dresdner Liederkreises gegründet, gehörte zu den ersten Adressen der Literatur- und Kunstkritik in Deutschland.
Grabstätte auf dem Trinitatisfriedhof

Karl Gottfried Theodor Winkler (* 9. Februar 1775 in Waldenburg; † 24. September 1856 in Dresden) war ein bekannter Schriftsteller, Opernregisseur, Theaterintendant, Übersetzer und Kritiker. Der Ehrenbürger Dresdens ist noch besser bekannt unter seinem Pseudonym Theodor Hell.

Der Sohn eines Geistlichen hatte in Wittenberg Rechtswissenschaft und Geschichte studiert, arbeitete ab 1796 am Stadtgericht Dresden und ab 1801 am Geheimen Archiv. Seit 1804 war er Mitglied der Loge Zum Goldenen Apfel.[1] 1805 wurde er zum Geheimen Archivregistrator und 1812 zum Geheimen Archivsekretär ernannt. Während der Besetzung Dresdens durch russische Truppen gehörte Winkler der sächsischen Regierungskommission an und erhielt den Rang eines russischen Hofrats. Gleichzeitig wirkte er als Intendant an der auf Initiative von Joseph Friedrich von Racknitz neu geschaffenen verbundenen Einrichtung aus Hofoper (unter Francesco Morlacchi) und Hoftheater (unter Franz Seconda). Nach der Rückkehr von König Friedrich August im Jahre 1815 gab er diese Funktion ab, blieb jedoch am Hoftheater als Theatersekretär und wirkte als expedierender Sekretär an der Kunstakademie. 1815 gehörte Winkler zu jenen Mitgliedern der Apfelloge, die sich abspalteten und die neue Loge „Asträa zur grünenden Raute“ gründeten. Der vereinigten Loge Zu den drei Schwertern und Asträa zur grünenden Raute stand er später als Meister vom Stuhl vor.[2]

Für die Theatergeschichte bedeutsam sind seine von 1815 bis 1835 monatlich verlegten Hefte „Tagebuch der deutschen Bühnen“. Von 1817 bis 1821 gab Winkler die Dresdner Abendzeitung zusammen mit Friedrich Kind, danach allein heraus. Ab 1835 war er in der Nachfolge des Verlegers Johann Christoph Arnold gleichzeitig Besitzer des Blattes.[3] Winkler wohnte in dieser Zeit in der Webergasse 148, später Webergasse 38.[4] 1843 verkaufte er die Abendzeitung an Robert Schmieder.

Winkler stand mit bedeutenden Künstlern seiner Zeit in engem Kontakt, so mit den anderen Mitgliedern des Dresdner Liederkreises wie z. B. Carl Maria von Weber, für dessen Oper Die drei Pintos er das Libretto schrieb, und mit Agnes Franz. Zusammen mit weiteren Teilnehmern des Liederkreises gehörte er auch dem Sächsischen Altertumsverein an. Zudem war er Mitglied im Verein zu Rath und That.[5] 1824 erhielt Winkler die Ernennung zum sächsischen Hofrat. Als Regisseur der italienischen Oper unter Francesco Morlacchi ab 1825 und als Vizedirektor des Hoftheaters ab 1841 machte er sich vor allem mit der Übersetzung von Texten aus der französischen, englischen, italienischen und portugiesischen Sprache einen Namen. Ab 1841 war er Großmeister der Großen Freimaurer-Landesloge Sachsen.[6]

Die Familie Winkler besaß bis 1847 ein Gartengrundstück unterhalb der Saloppe an der Brockhausstraße. Zu den häufigen Gästen gehörte auch Richard Wagner. Das Anwesen wurde vom befreundeten Heinrich Brockhaus übernommen.[7] 1850 zog Winkler von der Webergasse 38 in die Zwingerstraße 5. Am 5. März 1851 ernannte Dresden Theodor Winkler zum Ehrenbürger. 1854 gehörte Winkler zu den Mitbegründern der Dresdner Schillerstiftung. Er fand auf dem Trinitatisfriedhof seine letzte Ruhe.[8]

[Bearbeiten] Werke

[Bearbeiten] Quellen

  1. Hell, Theodor: (d.i. Karl Theodor Winkler) Paris oder Hundert und ein Schriftsteller: Der hinkende Teufel in Paris, oder Paris und die Sitten wie sie sind. Aus dem Französischen übersetzt von Theodor Hell.
  2. Saecular-Feier der Einführung der Freymaurerey in Hamburg und Deutschland: am 6. December A. 1837: festlich begangen durch die Große Loge zu Hamburg, in Vereine mit ihren zu Hamburg arbeitenden Töchter Logen, g. u. v. St. Johannis Logen, Nertler, 1838
  3. Karl Goedeke u.a.: Grundrisz zur Geschichte der deutschen Dichtung aus den Quellen: Bd. Vom Weltfrieden bis zur Französischen Revolution 1830 . Bd. 9 von Grundriß zur Geschichte der deutschen Dichtung aus den Quellen, Zentralinstitut für Literaturgeschichte (Akademie der Wissenschaften der DDR)
  4. Adressbuch der Stadt Dresden, 1831
  5. Dirk Hempel: Literarische Vereine in Dresden. Kulturelle Praxis und politische Orientierung des Bürgertums im 19. Jahrhundert. Walter de Gruyter - Max Niemeyer Verlag, Berlin und New York, 2008. (Inhaltsverzeichnis)
  6. Artikel im Freimaurer-Wiki
  7. Das Grundstück der Familie Winkler in Dresden
  8. Meyers Konversationslexikon zu Dresden

[Bearbeiten] Weblinks

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